Auswandern in die Schweiz

Eine liebe Internetfreundin wandert mit ihrem Mann und ihrem Sohn in die Schweiz aus.

Berufliche Gründe gibt es für diesen Umzug und schon bald geht es los.
Meine eigenen Erfahrung in Bezug auf Umzug sind schmerzlich, auch heute noch.

Berufsbedingter Umzug auch bei uns, 640 km von unserem Zuhause, unseren Kindern. Wir haben unser liebevoll aufgebautes und eingerichtetes Einfamilienhaus geräumt, unsere Tochter ist eingezogen und wir ab in die Pfalz.
Ich habe schon geheult als alle Möbel auf den Umzugslaster geladen waren und als wir uns am nächsten Tag von unserer geliebten Tochter und Schwiegersohn verabschiedeten, habe ich die nächsten 200 km Autobahn nur geheult.

In dem Moment ist für mich persönlich eine Welt zusammengebrochen. Mein Mann wusste mich nicht zu beruhigen. Er wäre am liebsten mit mir zurück nach Hause.

In der Pfalz habe ich mich persönlich niemals wohl gefühlt. Obwohl die Menschen sehr freundlich uns hilfsbereit waren, wir immer Gesprächspartner fanden, konnten wir dennoch keine privaten Kontakte oder Freundschaften knüpfen.
Mein Hilferuf über MeineStadt.de, in der ich  schrieb, daß wir zugezogen  wären und Freunde für die Freizeit suchen würden, wurde von einem Mann und einer Frau beantwortet, die selber zugezogen waren, sich nach fast 4 Jahren auch noch keinen Freundeskreis aufbauen konnten.

Boh..das hat mir Angst gemacht. Wir waren einige Male zusammen aus, allerdings hatten wir damals das finanzielle Problem, der Arbeitgeber zahlte sehr unreglemäßig das Gehalt meines Mannes. Somit war natürlich auch eine Freizeitgestaltung nur eingeschränkt möglich, denn Freizeit kostet ab und an auch mal Geld und sei es nur das Benzingeld um irgendwo hinzufahren.  Diese Bekanntschaft hat sich nach unserer Rückkehr nach Ostfriesland nicht halten können, zu verschieden waren wir und dann noch diese weite Distanz.

Mein Mann war schon im Juni in die Pfalz, der Umzug fand dann im November statt. Eine Wochenendbeziehung wollten wir nicht führen und der Weg jedes Wochenende nach Hause war einfach zu weit und hätte sich auch finanziell nicht rechnen lassen.

Schweren Herzen in der Pfalz angekommen, bezogen wir unsere Wohnung, eine schöne Wohnung direkt an den Rheinauen, Natur pur. Leider aber fing dann sofort das Problem mit dem Arbeitgeber an. Der vereinbarte Lohn wurde nicht gezahlt. Es fehlten jeden Monat 300 Euro. Versprochen wurde die Angelegenheit zu regeln, aber es tat sich nichts, die Firma zahlte auch nach dem Weihnachtsfest nicht das vereinbarte Gehalt, geschweige denn, die ausstehenden Summen.  Es kam noch schlimmer, der Arbeitgeber zahlte ab Februar nicht mehr pünktlich das Gehalt, sondern nur noch nach vielen Nachfragen und Aufforderungen mit einer Verspätung von 6-10 Wochen. Die Abstände wurden immer länger und wir mussten nach Landau zum Arbeitsamt um dort unser Problem zu schildern.

Mein Mann wurde krank und konnte nicht mehr zur Arbeit, die Belastung wurde zu viel, zudem noch das Heimweh nach der Tochter und das Wissen,  der eigenen Frau gefällt es denn doch nicht.
Es sollte eine sehr schwere und sehr traurige Zeit für uns werden.

Eines Abends haben wir dann uns angesehen und gesagt, was machen wir. Nach *Hause* oder hier versuchen einen Weg zu finden. Die Antwort meines Mannes war so schnell, daß ich gar nicht überlegen konnte…….*nach Hause*.

Wir haben noch Abends unsere Kinder angerufen und am nächsten Tag sind wir nach *Hause* gefahren.
Für unsere Tochter und unseren Schwiegersohn war es kein Problem die Eltern wieder mit ins Haus einziehen zu lassen. Natürlich war es so nicht geplant und die Lösung war auch zeitlich begrenzt, alle Pläne der Zukunft wurden ja von jetzt auf gleich von uns über den Haufen geworfen.
Aber unsere Kinder sind nun mal die besten Kinder der Welt für uns und haben mit einer Selbstverständlichkeit die seines Gleichen sucht, uns wieder nach Hause geholt und geholfen, die schwere Zeit zu überwinden. Alles gesparte Geld war durch den Umzug dahin, denn es fragt niemand, ob der Arbeitgeber zahlt, sondern die Abzahlung fürs Haus, die Miete für die Wohnung, die Versicherungen und alle weiteren Kosten werden gefordert. Woher aber nehmen, wenn das Konto leer ist. Wohl dem, der dann ausgleichen kann, aber auch irgendwann ist dort die Schmerzgrenze erreicht.

Wir blieben drei Wochen in Ostfriesland und haben die Wohnung im Obergeschoss unseres Einfamilienhauses hergerichtet um dann mit dem ganzen Sack und Pack im Juni 2005 wieder zurück nach Ostfriesland zu kommen.
Wieder ohne einen festen Arbeitsplatz, ohne finanzielle Rücklagen, aber mit den besten Kindern der Welt neben uns.

Die fehlenden Gehälter mussten wir über den Anwalt einklagen lassen. Den Umzug hatte damals das Arbeitsamt bezahlt, der Rückumzug musste aus eigener Tasche bestritten werden. Eine verkehrte Welt, denn wenn ein Arbeitgeber nicht zahlt, Steuergelder einstreicht, sprich hier Fördergelder, sich an keine Absprachen hält, dann sollte er auch für die Folgekosten zur Verantwortung gezogen werden.
Viel Geld hat uns alles gekostet…..Renovierung der angemieteten Wohnung, Maklergebühren,einige Einrichtungsgegenstände musste gekauft werden, Gardinen, jeden Monat 300 Euro zu wenig Gehalt, für die Monate, in denen bezahlt wurde und er teure Rückumzug, den wir alleine bewältigen mussten.

Wir haben bis heute dieses Trauma *Pfalz* nicht wirklich bewältigen können.
Die finanziellen Auswirkungen lassen sich nur schwer aufholen.

Heute können wir wieder beruhigt schlafen. Mein Mann hat einen festen Arbeitsplatz und ich mir meinem Grafik-Art-Store verzeichne auch schöne Erfolge.

Unsere Kinder sind mittlerweile ausgezogen in ihr eigenes Haus, aber nicht weit von hier.  Zweimal um die Ecke fallen und schon ist man da. Zu Fuss knapp 10 Min.. :-)))

Für uns persönlich würde ein Umzug in ein anderes Land oder auch innerhalb Deutschlands nie stattfinden.

Zum Glück haben unsere finanziellen Rücklagen und die Unterstützung unsere Kinder uns geholfen, eine schwere Zeit zu überstehen. Aber die muss man auch haben, alleine einen solchen *Schatz * haben nicht alle.

Der lieben Internetfreundin und ihrer Familie möchte ich damit auf keinen Fall Angst machen.
Sie verlassen Deutschland um ganz neu zu beginnen. Sie haben ihren Sohn und nehmen ihn mit, sie haben keine eigenes Haus. Somit schon zwei Kriterien, die wegfallen, aber für uns zum Problem wurden.

Liebe Steffi…..du kennst mich, wir haben uns schon oft über das Thema unterhalten. Ich wünsche euch von ganzem Herzen alles Liebe und Gute für den neuen Lebensweg, für ein neues Land, für einen komplett neuen Anfang.
Ihr werdet das schaffen, denn ihr seit zusammen. Das ist der *Schatz*, den wir nicht mitnehmen konnten.
Passt auf euch auf und dank des www sind wir uns ja immer nah. Egal ob du nun in Hamburg oder in der Schweiz lebst.






1 Comment

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One Response to “Auswandern in die Schweiz”

  1. toller blog! auf: http://www.auswandern-schweiz.eu findet man nützliche Infos, wenn man in die Schweiz auswandern will

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