Ahleme…das Rentier

Das kleine Dorf war umgeben von weissen Feldern und Wiesen.
Es hatte die letzten Tage geschneit und zur Freude der Kinder
war der Schnee nicht gleich wieder geschmolzen.
Die Bäume trugen ein weisses Schneekleid, die Sterne funkelten
am Abendhimmel und in den Häuser machten es sich die
Dorfbewohner vor den Kamin und warmen Öfen bequem.

Ahleme, das Rentier, kam jeden Abend auf seinem Weg durch den Wald
am Dorf vorbei und sah die vielen hellen Lichter hinter den Fenstern.
Er war ganz alleine, denn all seine Freunde waren  beim Weihnachtsmann.

Seine Rentier-Freunde waren die fleissigen Helfer
des Weihnachtsmannes und zogen den schweren Schlitten
mit dem der Weihnachtsmann am Heilig Abend zur Erde fuhr.

Der Schlitten war dann vollbeladen mit wunderschönen Geschenken für die Kinder.

Fleissig hatten die Wichtel in den letzten Wochen vor dem
Weihnachtsfest in der Wichtelwerkstatt des Weihnachtsmannes gewerkelt
um die vielen Wünsche der Kinder zu erfüllen.

Ahlemes großer Wunsch war es , ein Rentier im Gespann des Weihnachtsmannes zu sein.

Traurig war der Ahleme und er war allein.
So ohne Freunde wusste er gar nicht was er anfangen sollte.

Er warf noch einen Blick auf das Dorf und lief weiter,denn es war
schon spät und zu seinem Nachtlager war es noch ein gutes Stück.


Wenn die Kinder am Abend in den Häuser waren,
die Menschen sich nicht mehr in die kalte Winternacht begaben
und lieber in den warmen Häuser blieben,
erwachten die zwei Schneemänner Vim, Tim und die Schneemannfrau Swantje
zum Leben.

Heute Abend hatten die Drei keine Lust auf Schneeballschlacht
sondern gingen an den Waldrand.
Sie hörten oft die Rufe der Eulen und vielleicht würden die drei
die Familie Uhu treffen, von der sie schon oft gehört hatten.

Als Vim, Tim und Swantje am Waldrand standen und auf die Rufe der Eulen warteten,
hörten sie im Unterholz ein Knacken.
Der Schnee fiel von den Zweigen der nahestenden Tannen und irgendwas
bewegte sich auf sie zu. Die drei hielten den Atem an.
Dann hörten sie das zarte klingeln eines Glöckchens, was immer näher kam.

Puh….sie konnten wieder Luft holen, denn das Glöckchen gehörte zu Ahleme,
den sie oft Abends von weitem gesehen hatten, wenn er mit gesenktem Kopf
über die Tannenlichtung lief.

Ahleme staunte nicht schlecht, als die Schneemänner und die Schneemannfrau
plötzlich auf seinem Weg vor ihm standen und ihm mit einem zaghaften
und leisem „Hallo, guten Abend“ begrüßten.

„Hallo“, sagte Ahleme, ein wenig schüchern und erstaunt darüber,
daß Schneemänner und Schneefrauen reden können.
Sie kamen ins Gespräch und erzählten und erzählten.

Ahleme erzählte von seinen Freunden und was sie  gemeinsam erlebten.
Aber dann wurde er traurig und erzählte , wie gerne er doch ein Rentier
im Gespann des Weihnachtsmannes zu Weihnachten sein würde,
so wie all seine Rentierfreunde auch.

Langsam wurde es früher Morgen. Die ersten Lichter gingen im Dorf an und es wurde
höchste Zeit für Vim, Tim und Swantje zurück auf die Wiese vor dem Dorf an ihren Platz zu gehen,
um am Tage zur Freude der Kinder am gewohnten Platz, im Schnee zu stehen.

Die Schneemänner, die Schneemannfrau und Ahleme verabschiedeten sich
und obwohl sie sich nicht verabredet hatten, so wusste doch jeder,
daß sie sich am nächsten Abend wieder treffen würden.
Sie winkten sich freundlich und glücklich hinterher.

Vim, Tim und Swantje  überlegten, wie denn dem armen Ahleme geholfen werden konnte,
damit sein sehnlichster Wunsch, Rentier im Gespann des Weihnachtsmannes sein zu dürfen,
in Erfüllung gehen könnte.

Es war wieder Abend geworden und als die Kinder und Dorfbewohner gemütlich in den Häuser
zusammen saßen, machten sich Vim, Tim und Swantje auf zum Waldrand.

Sie unterhielten sich angeregt auf ihrem Weg und  hofften Ahleme zu treffen.

Am Waldrand erzählten sie sich Geschichten und lachten zusammen.

Sie hörten gar nicht, das plötzlich ein Rentier hinter ihnen stand.
Erschrocken drehten sie sich um.
Mit tiefer Stimme sagte das Rentier:
“ Hallo ihr Drei.  Was macht ihr hier, wartet ihr etwa auf mich?“

Vim und Tim hatte es die Sprache verschlagen.

Vor ihnen stand Rudolph das Rentier mit der roten Nase.
Und auf seinem Rücken lag ein kleiner Engel, der zur Weihnachtswerkstatt wollte.

Swantje antwortete mit leiser Stimme auf die Frage von Rudolph.

„Hallo, guten Abend. Wir kommen aus dem Dorf und durch den Zauber
einer kleinen Fee ist es uns möglich uns zu bewegen und zu sprechen,
außer es sind Menschen in der Nähe, dann ist der Zauber aufgehoben.
Wir warten auf Ahleme, das Rentier.
Alle seine Freunde ziehen den Schlitten des Weihnachtsmannes
und er wünscht sich so sehr auch zum Gespann zu gehören.
Wir hoffen ihn gleich noch zu treffen. „

Rudolph flüsterte etwas dem Engel auf seinem Rücken zu und sagte dann:

“ Wir müssen weiter. Es ist noch viel zu tun in dieser Nacht
und heute Abend müssen wir den vollen Schlitten des Weihnachtsmannes ziehen,
damit die Kinder ihre Geschenke erhalten.
Ich wünsche euch frohe Weihnachten und gebt Acht auf euch.“
Und weg war er, samt Engel.

Etwas erstaunt über das Rentier Rudolph waren Vim, Tim und Swantje schon,
hatten sie sich doch insgeheim Hilfe für Ahleme erhofft.

Sie schauten Rudolph mit der roten Nase hinterher, als ein *tzzzziiiiiiiiiiisch* sie aufschreckte.

Plötzlich kam der Weihnachtsmann aus dem Wald *herausgehuscht*.
Und *tzzzzzzzzischschsch* war er schon vorbei.

Die Schneemänner und Swantje waren total sprachlos.
Der Weihnachtsmann hatte sie in seiner Eile gar nicht gesehen .
Er hatte es wohl sehr eilig gehabt, denn die Spielsachen in seinem Sack
waren alle noch nicht eingepackt gewesen. Dabei war es schon nach 1 Uhr in der Nacht.
Heute ist Heilig Abend, ob er es noch schafft mit den Wichteln die Geschenke alle einzupacken?

Ahleme hatte sich verspätet. Aber zur Freude der Schneemänner
und der Schneemannfrau kam er doch noch.

Tim, Vim und Swantje erzählten Ahleme ganz aufgeregt,
das Rudolph das Rentier mit der Roten Nase vorbeigekommen sei
und sie Rudolph erzählt hätten, wie traurig er, Ahleme doch sei,
weil er nicht zum Gespann des Weihnachtsmannes  gehörte.
Ahleme war den Tränen nahe, weil er neue Freunde gefunden hatte,
die so besorgt waren und ihm unbedingt helfen wollten.
Aber wie sollten die Drei ihm helfen?

Obwohl er traurig war den Schlitten nicht ziehen zu können,
war er froh nicht alleine sein zu müssen.
Nun würde auch er sein Weihnachtsfest nicht alleine verbringen müssen,
sondern konnte bei Tim, Vim und Swantje sein.

Die Nacht war sternenklar und es war bitterkalt.
Die Schneemänner und die Schneemannfrau mussten zurück ins Dorf
bevor die Dorfbewohner erwachten und Ahleme
musste in den Wald zu seinem Nachtlager.
Die vier Freunde verabschiedeten sich und versprachen
den Heilig Abend gemeinsam verbringen zu wollen.

Nachdem Ahleme gegangen war, standen Vim, Tim und
Swantje noch ein wenig auf der Lichtung.

Ihr Blick ging in den klaren Sternenhimmel und plötzlich
sahen sie den Weihnachtsmann mit seinem Schlitten am Himmel umherfahren.

Er hatte bestimmt noch viel zu erledigen in dieser Nacht,
denn bald wurde es Tag und am Abend würden die Kinder auf ihre Geschenke hoffen.

Auch Ahleme sah aus den Tannen heraus den Weihnachtsmann
mit seinem Schlittengespann am klaren Sternenhimmel fahren.
Seine Rentierfreunde sahen soooooooooooooo schön aus.
Und vorne der Rudolph mit der roten Nase.

Wie gerne würde er neben Rudolph im Gespann laufen.
Ein Traum der sicherlich nie in Erfüllung gehen würde.
Eine kleine Träne fiel in den Schnee.

Auf einer Wolke am Himmel stand der kleine Wunschengel,
der jedes Jahr zu Weihnachten einen Wunsch erfüllte.
In diesem Jahr hatte er schon einen Wunsch erfüllt.

Der Wunschengel sah Ahleme und mochte ihn nicht  traurig an
Weihnachten sehen, wo doch alle glücklich und zufrieden sein sollen.
Nicht umsonst ist es das Fest der Liebe und Freude.

Rudolph mit der roten Nase und sein kleiner Engel hatten
dem Wunschengel auch schon vom Wunsch Ahlemes erzählt.
Gab es denn keine Möglichkeit diesen Wunsch zu erfüllen?

Und dann plötzlich bekam der kleine  Wunschengel von höchster
Stelle die Genehmigung in diesem Jahr ausnahmsweise einen zweiten
Wunsch erfüllen zu dürfen, nämlich den sehnlichsten Wunsch von
Ahleme, im Gespann des Weihnachtsmannes ein Rentier zu sein.

Freudig überbrachte der Wunschengel Ahleme die frohe Botschaft
und sagte ihm, er möge sich umgehend auf dem Weg zum
Weihnachtsmann machen. Er würde als Rentier dem Gespann des
Weihnachtsmannes zugeteilt.
Seine Dienste würde der Weihnachtsmann gerne in Anspruch nehmen wollen.
Ahleme war überrascht und dankte dem Wunschengel von ganzem Herzen.

Ahleme machte sich auf den Weg. Bevor er aber seine große Reise
antreten wollte, musste er zu Tim,Vim und Swantje.
Er musste ihnen doch erzählen, dass sein sehnlichster Wunsch in Erfüllung gehen
würde und die Drei heute Abend nicht auf ihn warten müssten.

Die Schneemänner und die Schneemannfrau waren schon wieder in der Nähe
des Dorfes auf ihrem Wiesenplatz angekommen und unterhielten
sich noch ein wenig, als Ahleme über die große weisse Wiese zu den Dreien kam.

Swantje war ganz beunruhigt. Es musste schon was Dringendes sein,
denn sonst würde das Rentier nicht so nahe ans Dorf gehen.

Völlig ausser Atem, aber überglücklich erzählte Ahleme von dem Gespräch
mit dem Wunschengel und das er nun doch am Heilig Abend mit im Gespann des
Weihnachtsmannes arbeiten dürfte.
Tim, Vim und Swantje freuten sich mit ihm.
“ Wir sehen uns nach Weihnachten, wenn du deine Arbeit erledigt hast
und alle Kinderaugen strahlen. Wir wünschen dir viel Glück,
pass auf dich auf.“ sagte Swantje

Am Heilig Abend standen Vim, Tim und Swantje am Waldrand.
Die Kinder auf Erden saßen voller Erwartung unter den geschmückten
Weihnachtsbäumen und warteten auf den Weihnachtsmann.

Oben am Himmel konnte man den Weihnachtsmann mit seinem Schlitten beobachten,
wie er von Land zu Land fuhr und den Kindern der Welt ihre Geschenke brachte.

Als das Gespann das kleine Dorf besuchte, sahen die Schneemänner und
die Schneefrau einen überglücklichen Ahleme.
Er durfte neben Rudolph mit der roten Nase im Gespann laufen.
Ahleme schaute zu seinen Freunden hinunter. Er strahlte, so sehr freute er sich
und seine Freunde waren stolz auf ihn, weil er soviel Freude an seiner Arbeit fand.

„Ahleme ….Augen gerade aus, sonst kommst du aus dem Tritt“,
ermahnte ihn Rudolph mit der roten Nase.
„Deine Freunde sind die Besten die du haben kannst.
Vergiss das nie. Sowohl deine Rentierfreunde im Gespann, als auch Tim, Vim
und Swantje haben es mit ihrer Hilfe möglich gemacht,
das du hier im Gespann neben mir laufen darfst.“

Schaut heute am Heilig Abend in den Himmel und mit etwas Glück
wirst auch du Ahleme strahlend neben Rudolf im Rentiergespann
des Weihnachtsmannes den Schlitten ziehen sehen können.

Frohe Weihnachten

© Text und Grafik by Antlia/Anne Bolinius 11/2008

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